Am 14. und 15. Oktober traf sich in Zagreb bei besten spätsommerlichen Temperaturen das Who’s who der internationalen Taekwondo-Topstars. Die Stadt „hinter den Bergen“ ist dank ihrer Retrospektive aus österreichisch-ungarischer Architektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert ein perfekter Gastgeber. Zukunft trifft Tradition – und damit ein gut gewählter Austragungsort für einen ambitionierten Sport.
Über 900 internationale Sportlerinnen und Sportler nutzten das Turnier und sammelten reichlich Weltranglistenpunkte. Zahlreiche großartige Kämpfe begeisterten sowohl die Fans als auch die Zuschauerinnen und Zuschauer an diesem Wochenende. Nicht nur das Wetter und die gezeigte Leistung der Athletinnen und Athleten waren an diesem Wochenende einladend und ein Garant für das ein oder andere Lächeln. Aus deutscher Sicht absolut erwähnenswert ist die Tatsache, dass die acht Kampfflächen ohne technische Mängel und Verzögerungen einen reibungslosen Turnierablauf garantierten. Abdullah Ünlübay (KNPN) sorgte mit seiner großen Expertise und seiner gewohnt souveränen sowie freundlichen Präsenz für eine einwandfreie Organisation.
Zagreb gilt als Metropole mit vielen Gegensätzen, aber genau deswegen ist es ein perfekter Gastgeber für ein solches Event. Die Halle – Sutinska Vrela – wurde übrigens von der Universität Zagreb (größte und älteste Universität Kroatiens, die wichtige Forschungsinstitutionen beinhaltet) gebaut und wird normalerweise für nationale Volleyballveranstaltungen genutzt. In unmittelbarer Nähe war das Angebot für Leib und Wohl nicht nur in der Qualität reichlich, sondern auch kulinarisch auf einem hohen Niveau.
Ein Angebot, das nicht nur die Aktiven angelockt hat. Auf der Tribüne fand man auch offizielle Bekannte in Zivil, um das Event tatkräftig zu unterstützen. Schon beeindruckend, wie der hauptamtliche Landestrainer Top-Team der NWTU – Ünal Öztürk – die Kämpfe der NWTU-Sportlerinnen und -Sportler begleitet und beobachtet hat. Dabei hatte er insbesondere einen Blick auf den Nachwuchs. Aber auch den WM-Teilnehmer und für die Kadetten-Europameisterschaft in Serbien qualifizierten Eser Ergün begleitete er proaktiv.
Für alle Sportlerinnen und Sportler gab es nach jedem Kampf zumindest ein kurzes Feedback und ein paar nette Worte. Ich stelle die These auf, dass er an diesem Wochenende alle Kämpfe mit NWTU-Beteiligung und gegebenenfalls auch mit Blick auf die kommende deutsche Meisterschaft mit deutscher Beteiligung beobachtet und bewertet hat. Ein großes Engagement, das nicht selbstverständlich ist. Die Vereine wissen den gepflegten Austausch sehr zu schätzen. Ünal Öztürk ist kein Mensch großer Worte, er lässt sich lieber mit guten Taten messen und dafür ist kein Weg zu weit. Großmeister Ünal gebührt größten Respekt!
Fazit: Zagreb ist viel mehr als nur eine Metropole mit südländischem Flair. Mit Leidenschaft und Tradition lebt und liebt man hier Taekwondo. Kulinarisch und landwirtschaftlich hat die Region zudem unheimlich viel zu bieten. Bemerkenswert ist aber auch, mit welcher an Perfektion grenzenden Organisation hier die internationalen Protagonistinnen und Protagonisten empfangen wurden.