Taekwondo: Kemal Cinar – „Wir haben sofort gemerkt, dass hier professionell gearbeitet wird.“ (Interview)

Was wäre ein Verein ohne die Eltern? Das Vereinsleben steht und fällt mit dem Miteinander der Eltern der Schützlinge. Obwohl die Erwartungen bei Wettkämpfen in der Regel sehr groß sind, spricht gerade der Zusammenhalt der Eltern für die Ambitionen des Gesamtvereins. Kein Wunder, einige Eltern treffen sich bis zu vier Mal in der Woche im ehrwürdigen Aufenthaltsraum der Sportschule. Auch dem Verein ist das soziale Miteinander sehr wichtig. Deswegen ist das Angebot für die wartende Begleitung groß – ausreichend Sitzgelegenheiten, egal ob am Tisch oder schön gemütlich auf der Couch.

Sollte einmal „Langeweile“ aufkommen, kann der Kicker für Fußball – Turniere genutzt werden. Für die Verpflegung steht die Küche inkl. Kühlschrank zur Verfügung. Nicht nur die Sportler sollen ihre mitgebrachten Getränke unterbringen können. Auch die Eltern haben die Möglichkeit, Lebensmittel, Getränke und vieles mehr zu lagern oder zuzubereiten. Das Mitgebrachte wird übrigens meistens geteilt, eine Atmosphäre, die gerade bei den „neuen“ Eltern schnell Gefallen findet. Dass neue Familien schnell integriert werden, weiß auch Kemal Cinar.

„Ich habe sowas noch nie erlebt“

Kemal, seit ca. sechs Monaten trainiert Dein jüngster Sohn Ege beim TSW. Mal ehrlich, wie war Dein erster Eindruck vom Dojang?
KC: Der erste Eindruck war sehr gut! Wir haben sofort gemerkt, dass hier professionell gearbeitet wird. Das Niveau ist in allen Gruppen sehr hoch. Wir wurden von allen Eltern sehr herzlich aufgenommen, auch meine Kinder haben sich sofort sehr wohl gefühlt. Wir haben gleich gemerkt, dass hier eine großartige Gemeinschaft gelebt wird.

Kannst Du den besonderen Spirit beim TSW irgendwie in Worte fassen? Was glaubst Du, ist das Erfolgsgeheimnis?
KC: Der Spirit wird vom Vorstand vorgelebt. Er hat seine Sportler inkl. der Familien zu 100% im Griff. Die Verhaltensregeln, Disziplin und der Respekt zählen für alle in der Sportschule. An erster Stelle steht aber der sportliche Erfolg. Trotz der großen Ziele kommt der Spaß nicht zu kurz. Ganz im Gegenteil, es wird viel gelacht und aus dem Dojang hört man auch schon mal Musik während des Trainings. Die Stimmung ist einfach super – mir fehlen einfach die passenden Worte dafür. Ich habe sowas noch nie erlebt. Einfach schön!

Die Eltern begegnen sich fast täglich im Dojang. Entweder beim Training oder an den Wochenenden bei Turnieren. Die Kulturmischung ist kunterbunt. Wie würdest Du die Stimmung unter den Eltern beschreiben?
KC: Die Stimmung ist sehr gut unter den Eltern und man geht sehr respektvoll miteinander um. Wir sind wie eine große Taekwondo-Familie und unterstützen uns gegenseitig. Wie gesagt, ich habe eine solche Harmonie noch nicht erlebt. Wir fühlen uns sehr wohl im Verein und haben dort viele neue Freunde gefunden.

„Nach seiner Auszeit trainiert Can mit größter Motivation und möchte sehr bald wieder an alte Erfolge anknüpfen“

Auch Dein älterer Sohn Can trainiert nach einer langen Pause wieder. Can hat kurz nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2017 bei seinem alten Verein eine längere Pause eingelegt. Wie siehst Du seine Chancen, wieder zur alten Klasse zu finden?
KC: Can hat im Mai 2018 mit seiner sportlichen Laufbahn leider aufgehört. Die Förderung in seinem alten Verein war nicht so strukturiert. Er wurde nicht, wie jetzt beim TSW, individuell trainiert. Ihm wurde einfach immer mehr die Motivation genommen. Ich habe damals sehr mit ihm gelitten. Konflikte blieben so leider nicht aus. Can hätte sehr gerne an mehr G1- und G2-Weltranglistenturnieren teilgenommen. Stattdessen lag der Fokus auf den Nachwuchsturnieren. Dort hat in meinen Augen jemand aus dem Bundeskader nichts verloren. Ausnahmen bestätigen die Regeln. Aber Gott sei Dank haben wir den Weg zum T.S. Wuppertal gefunden. Nach seiner Auszeit trainiert Can mit größter Motivation und möchte sehr bald wieder an alte Erfolge anknüpfen. Wahnsinn, wie fokussiert er wieder nach den ersten Trainingseinheiten ist. Martin Schoepe hat sich sofort Zeit für ihn genommen, damit er den Kopf wieder frei bekommt. Der Wechsel zum TSW war die beste Entscheidung, die wir getroffen haben. Dabei war der Neuanfang nach seiner fast zwölfmonatigen Pause gar nicht so einfach, er musste erstmal konditionell wieder aufholen und das Niveau beim TSW ist riesig. Auch die Trainingspartner haben eine ganz andere Qualität. Unglaublich, er sagte schon nach dem ersten Training, dass ein Training beim TSW anspruchsvoller ist, als die Teilnahme bei so manchen Turnieren in der Vergangenheit. Martin Schoepe lässt unter Wettbewerbsbedingungen trainieren. Selbst beim Training werde E-Westen eingesetzt, dies zeigt die großen Ambitionen des Vereins. Ich bin absolut überzeugt, dass Can sich hier beim TSW nochmal beweisen kann und das Zeug hat, richtig erfolgreich zu werden. Die Bedingungen, wie Trainer, Ausrüstung, Material sowie Räumlichkeiten und vor allem die Stimmung im Verein sind prädestiniert dafür. Das Schöne ist, alle im Verein gönnen es ihm von ganzem Herzen.

„Es sind sehr viel junge Nachwuchssportler, die das Talent haben richtig erfolgreich zu werden“

Der deutsche Taekwondo -Sport ist zurzeit nicht ganz so erfolgreich. Ich weiß, dass Du bei Turnieren gerne den Nachwuchs beobachtest. Glaubst Du, die TUNRW hat für die Zukunft Talente, die die Erwartungen auch international wieder erfüllen können?
KC: Ja, auf jeden Fall! Es sind sehr viel junge Nachwuchssportler, die das Talent haben, richtig erfolgreich zu werden. Natürlich mit den richtigen Führungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Auch ist dafür, wie bei anderen Sportarten eben auch, die Disziplin und der Ehrgeiz der Sportler sehr wichtig. Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass die Unterstützung der Eltern auch eine große Rolle spielt. Taekwondo ist ein teurer Sport, ohne finanzielle Hilfen wird das echt schwer.

https://youtu.be/fEXGVy7MV74

Unglaublich, auch du trainierst seit September wieder. Kompliment, du wirkst richtig fit. Weißt Du noch wie/wann Du mit dem Sport angefangen hast?
KC: Ja, seit ein paar Wochen habe ich wieder mit dem Kraft- und Ausdauertraining angefangen. Seit September trainiere ich zusätzlich auch wieder Taekwondo. Der Verein macht einfach süchtig und bringt Lust auf mehr. 1986 hatte ich mit dem Sport angefangen, Taekwondo hat mich u.a. Disziplin und Körperbeherrschung gelehrt. Seit dem ersten Tag liebe ich diesen Sport! Heute bin ich vierzig Jahre alt, habe den 3. Dan und kann auf einige erfolgreiche Turniere zurückblicken. Aber auch als Kampfrichter und Trainer war ich schon im Einsatz. Taekwondo ist nicht nur mein Hobby, viel mehr ist es ein Teil meines Lebens und fester Bestandteil unserer Familie.

„Wenn du Erfolg haben willst, bist du hier beim TSW an der richtigen Adresse“

Wo siehst Du die Sportler bzw. den TSW in den nächsten fünf Jahren?
KC: Wenn du Erfolg haben willst, bist du hier beim TSW an der richtigen Adresse. Martin Schoepe und sein Team arbeiten tagtäglich hart für den maximalen Erfolg der Sportler. Auch der Nachwuchs und Breitensport kommen in der Sportschule nicht zu kurz. Ich bin mir sicher, wenn weiterhin so zielstrebig weitergearbeitet wird, gehört der TSW auch weiterhin zu den erfolgreichsten Taekwondo-Vereinen in Deutschland. Ich wünsche dem TSW von ganzem Herzen weiterhin viel Erfolg! Sehr gerne würde ich es noch miterleben, wenn der Verein seine Titelsammlung vervollständigt und noch eine Weltmeisterschaft bzw. ein Sportler von uns, bei Olympia gewinnt. Wir sind einfach eine großartige Familie.

Stefan Gottschalk

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.