Taekwondo: Neustart in der Turnierszene

Herbst 2020: Hinter unseren Kampf-Sportlern liegen acht Monate Turnierpause. Wer wird diesen Stillstand durchbrechen, wo werden die ersten Wettkämpfe stattfinden?

Endlich: Es erscheint Licht am Ende des Tunnels. Es geht wieder los! Die ersten Turnierplanungen nehmen so langsam Formen an. Es ist in diesen Tagen für die Organisatoren gar nicht so einfach, denn Corona zieht seine Kreise und macht die Planung problematisch. Tagesaktuell kann sich schnell wieder etwas ändern. Umso wichtiger ist es, die Pionierarbeit der Veranstalter zu unterstützen. Meldet euch reichlich bei den Turnieren an, befolgt ohne Diskussion die Abstand- und Hygienevorschriften! Peer Steinkellner von Kampfkunstschule Wattwil sagt es deutlich: „Für uns ist ein Turnier natürlich auch ein finanzielles Risiko. Dieses Jahr geht es in erster Linie darum, den Athleten die Möglichkeit zu geben, wieder auf die Matte gehen zu können. Wir sind froh, wenn wir keinen finanziellen Verlust verbuchen. Wir ziehen es aber durch, unser Turnier wird auf jeden Fall stattfinden. Vorausgesetzt der Virus macht uns am Ende nicht doch einen Strich durch die Rechnung.“

2. Wattwil Open 2020

Am 31.10. soll es losgehen, die Ausschreibung ist längst Online. Im idyllisch gelegenen Wattwil in der Schweiz sollen die zweiten Wattwil Open stattfinden. Ausrichter Peer Steinkellner ist motiviert und zeigt sich auch dank der Unterstützung aus Deutschland sehr zuversichtlich. Ein Blick auf die vorläufige Teilnehmerliste zeigt schnell warum. Ambitionierte Vereine und bekannte Namen haben sich bereits angemeldet. Dimitrios Lautenschläger von TKD Swisttal wird mit einem ausgesuchten Team an dem Turnier in der Schweiz teilnehmen und auch Markus Kohlöffel vom TCC Friedrichshafen möchte mit einer internationalen Auswahl präsent sein.

Eine Wertschätzung, die der Veranstalter gerne zurückgibt. Mit viel Liebe im Detail steckt er mitten in der Turniervorbereitung. Offen geht er mit möglichen Problemen um. Machen wir uns nichts vor, es wird sich einiges ändern. Sei es für die Zuschauer in Form von Vorschriften und Regelungen, aber auch für die Sportler. Speziell in Wattwil hat man aber bekannte Hotspots schon sehr gut organisiert. Für die Waage wird es zum Beispiel feste Zeiten für die Team geben. Hier werden sich die Sportler also an ein komplett neues Bild gewöhnen müssen. Die Regelung verspricht aber endlich einmal einen geordneten Ablauf und könnte auch für die Zeit nach Corona eine Option sein. Außerdem bekommen alle Sportler und Zuschauer eine Art Tracker, der die Position in der Halle aufzeichnet. Damit können im Notfall die jeweilige Position und Kontaktpersonen lokalisiert werden. Ein Service der nicht ganz günstig ist, aber zum Wohle der Besucher ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ähnliche Tracker kommen auch beim Marathon und anderen Langestreckenevents zum Einsatz. Dort werden kleine Papiersender vor dem Start an den Schuhen gebunden.

DTU Finals8 / Int. Sachsen-Anhalt Cup 2020

Aber auch in Sachsen-Anhalt geht es bald wieder los. Für den 14.11.2020 wird das Bundesranglistenturnier in der wunderschönen Sporthalle Brandberge in Hale (Saale) geplant. Auch dort gibt man sich sehr entschlossen. Gott sei Dank! Man kann den engagierten Veranstaltern in diesen Tagen nicht oft genug danken. Endlich kommt sowas wie Normalität zurück. Auch hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass es endlich wieder los geht. Gerade in Taekwondo sind Rhythmus und Trainingsziele sehr wichtig. In jeder Sportschule gibt es Athleten, die längst aus ihrem alten Kampfgewicht herausgewachsen sind. Nicht alle haben in den letzten acht Monaten konzentriert weitergearbeitet. Für die meisten müssen neue Ziele gesteckt werden. Umso wichtiger ist es, dass jetzt wieder Konstanz zurückkommt. In Zusammenarbeit mit den Behörden gibt es aber gute Schutzmaßnahmen, die ein mögliches Risiko auf ein minimales Reduzieren!

Die Organisatoren in Wattwil leben es vorbildlich vor. Wenn sich Zuschauer und Sportler an die Vorschriften halten, ist ein Turnier nicht gefährlicher als ein Einkauf oder Friseurbesuch.

Int. Park Pokal 2020

Wie kaum ein anderes Turnier steht der Park Pokal für Tradition: Zum Jahresende bildet er für die Sportler einen glänzenden Abschluss. In den Sportschulen ist der Park Pokal längst ein Mythos, alle Sportler möchten sich bei diesem Turnier gerne mal in die Siegerliste eintragen. Es gibt nicht viele Turniere im deutschen Terminkalender, die eine vergleichbare Aura haben. Umso schöner dass das Turnier auch dieses Jahr wieder in Sindelfingen stattfinden soll. Die Ausrichter werden allerdings vom ehrwürdigen Glaspalast vorübergehend in die kleinere Sommerhofenhalle umziehen – denn eine Glaspalast-taugliche Teilnehmerzahl wird unter Coronabedingungen kaum möglich sein. Eine neue Halle zu finden erwies sich alsd problematisch, da die örtlichen Vereine nach der langen Pause die Herbst-/ Wintersaison fleißig nutzen. Das Orgateam entschloss sich deshalb auf den 19. Und 20. Dezember auszuweichen. Das Turnier kampflos ausfallen zu lassen, war im Jahr des 35. Park Pokal-Jubiläums indes keine Option – nun hofft man in Sindelfingen, dass sich die Situation zum Jahresende weiter bessert.

Wie geht es weiter?

Für unseren Sport wird es ohnehin eine schwere Zeit nach dem Virus. Bis zur gewohnten, neuen Normalität wird es noch etwas dauern. Bis dahin werden wir merken: Es haben uns einige Sportkameraden verlassen. Hier sind längst die Verbände gefragt dagegen zu steuern. Im Breitensport wird es sich nicht unbedingt so bemerkbar machen. Aber für die Wettkämpfer wird es zukünftig schwerer, Wettkampferfahrung zu sammeln. Schon vor dem Virus gab es leere Gewichtsklassen. Hoffen wir also, dass es spätestens wieder nach der Mitgliederversammlung am 03. Oktober nur um die Interessen der Mitglieder geht und unser Sport in den Mittelpunkt steht. Ein Blick auf die Mitgliederstatistik der letzten zehn Jahre zeigt leider deutlich, dass es Zeit wird für Änderungen. Ende der Schuldzuweisungen, lasst uns alle endlich zusammenrücken und für unseren Sport, für den Sport unserer Kinder an einem Strang ziehen! Taekwondo-Aktuell 10/2020

Stefan Gottschalk

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

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