Triathlon: YEAH!Sport Projekt 2020 (Interview)

Wenn wir über unsere Sportstadt Wuppertal schreiben, darf auch der Triathlon nicht fehlen. Triathlon ist eine Ausdauersportart und verbindet die Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Seit 2000 ist der Ausdauerdreikampf auch olympisch. In Deutschland wird der Sport immer beliebter. Die Mitgliederzahl der Deutschen Triathlon-Union (DTU) hat sich binnen 15 Jahren verdoppelt. Das zeigen eindeutig die Teilnehmerzahlen an. Es gibt auch Wuppertaler Sportler unter den Triathleten. Eine, die sich mit dem Sport, aber auch mit den div. Trainingsmethoden wie Kraft, Technik, Ernährung etc. auskennt, ist Melanie Lüdorf. Seit Jahren nimmt sie selbst an vielen Wettbewerben teil, trainiert aber auch als Personal- und Triathlon-Trainerin ambitionierte Sportler. Über den Triathlonsport gibt es viel zu erzählen, egal ob Ironman Hawaii oder absoluter Triathlon-Rookie, Melanie Lüdorf wird einiges zu erzählen haben.

Ist Triathlon auf dem Weg zum Breitensport? Was macht den Reiz des Triathlons in der heutigen Zeit aus?
YEAH!Sport Triathlon Projekt 2020 (Melanie Lüdorf & Stavro Petri): Auf Grund der großen Erfolge mit zuletzt sechs Weltmeistertiteln beim Ironman Hawaii wird der Triathlonsport immer populärer. Der große Reiz besteht darin, dass drei sehr gesunde Sportarten zu einer vereint werden und hierbei wegen der hohen Trainingsumfänge viel Disziplin, Motivation und Durchhaltevermögen erforderlich sind. Diese Eigenschaften, so zeigen es Studien, sind auf das Private und Geschäftliche eines jeden übertragbar.

Wie habt ihr beide angefangen und warum ausgerechnet Triathlon?
YEAH!Sport: Stavro hat vor 24 Jahren seinen ersten Triathlon bei einem selbst organisierten Wettbewerb absolviert. Von da an hat es ihn gepackt. Über viele Jahre in der Triathlon Liga, bis hin zur 2. Bundesliga, hat er dann 2009 seinen ersten Ironman absolviert. Bis jetzt sind es zwölf Ironman und über hundertdreißig Rennen geworden. Höhepunkt war 2014 die Teilnahme an der Ironman WM auf Hawaii. Melanies erster Triathlon war der Sparda Cross Triathlon 2010. 2011 hat sie beim Ironman Frankfurt Stavro angefeuert und beschloss, dies auch zu machen. Sie war von den dort gezeigten Leistungen gepackt und begeistert. Bis jetzt hat sie auch schon acht Ironmans bestritten. Auch für sie war die Teilnahme an der Ironman WM 2016 auf Hawaii der Höhepunkt. 2019 haben wir beide zusammen die Ironmans in Südafrika und Italien absolviert. Der Höhepunkt war der gemeinsame nicht geplante Zieleinlauf in Italien.

Viele verbinden den Sport mit Leiden. Was ist das für euch?
YEAH!Sport: Leidenschaft! Uns macht der Sport sehr viel Spaß. Wir haben zu den bis zu 25 Stunden Training in der Woche eine sehr hohe Eigenmotivation. Natürlich kommt man in jedem Rennen auch immer an seine Leidensgrenzen. Dies ist aber im Spitzensport und egal in welcher Sportart, immer gegeben.

Gibt es einen Trend beim Triathlon-Material?
YEAH!Sport: Dies fängt beim Schwimmen mit der Weiterentwicklung der Neoprenanzüge an. Gute Wettkampfräder haben sich enorm entwickelt. Trend sind hier Elektronische- oder Funkschaltungen, Carbonlaufräder, Wattsysteme, Scheibenbremsen, Aerohelme. Beim Laufen sind es die Laufuhren oder inzwischen ausgefeilte Laufschuhe mit Carbonsohlen.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Wettkampf erinnern?
YEAH!Sport: Wie zuvor beschrieben hat Melanie den ersten in Wuppertal absolviert. Er hat Spaß gemacht. Da es aber der Cross Triathlon war, musste mit Mountainbike gefahren werden. Da beschloss sie – nie wieder. Zum Glück kam es anders.
Stavro hat seinen ersten Triathlon mit einem geliehenen Rad absolviert, sich verfahren und konnte an einer Getränkeflasche gestützt zum Schluss nur noch gehen. Hat trotzdem Spaß gemacht.

Die Medien klären die Deutschen gebetsmühlenartig über gesunde Ernährung auf. Die Welt an der Kasse bei Edeka & Co. sieht aber anders aus. Wie wichtig ist die richtige Ernährung für Leistungssportler?
YEAH!Sport: Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Sie muss dem jeweiligen Training und Zyklus angepasst werden. Wir z. B. achten sehr auf unsere Ernährung. Natürlich ausgewogen! Wir essen so gut wie kein Fleisch, kein Zucker, keine Kuhmilch, keinen Industrieweizen und keine Fertigprodukte. Wir essen sehr viel Gemüse, viele gute Fette und Proteine, sehr viele Nüsse und Pistazien, hochwertige Kohlenhydrate in Form von Quinoa, Amaranth, Haferflocken, Hirse, Hülsenfrüchte. Früchte und Salat sind selbstverständlich auch dabei.

Man hört, die Trainingsumfänge im Triathlon seien deutlich geringer geworden. Gibt es beim Triathlon-Training neue Herangehensweisen?
YEAH!Sport: Früher war die Devise – ein Übertraining hat noch nie geschadet. Da wurden locker mal 40 Stunden und mehr in der Woche absolviert. Heute schenkt man der Regeneration größere Aufmerksamkeit, so dass sich der gesetzte Trainingsreiz setzen kann. Es wird spezifischer und kontrollierter trainiert.

Wie viel Anteil haben Trainer am Erfolg?
YEAH!Sport: Einen großen Anteil. Beim Triathlon spielt das theoretische wie auch praktische Wissen sowie die Erfahrung des Trainers eine bedeutende Rolle. Der Trainer muss auf Grund der hohen Trainingsumfänge sehr viel innerhalb der Trainingszyklen steuern, so dass der Athlet nicht ins Übertraining kommt oder sich verletzt. Zudem ist er stets als Motivator gefragt. Der Trainer muss bei jedem Athleten beachten, welche Zeit auf Grund des sozialen Umfeldes und der Arbeitsbelastung zu Verfügung steht, ohne dabei das gesetzte Ziel aus dem Auge zu verlieren.

Wie perfektionistisch und detailversessen seid ihr im Training? Wie viel Zeit investiert ihr als Sportler, als Trainer, in die Trainingsvorbereitung?
YEAH!Sport: Als Triathlet sowie Trainer muss man, vor allem wenn man über die halbe oder ganze Ironman-Strecke an den Start geht, perfekt vorbereitet sein oder die Athleten vorbereiten. Zu berücksichtigen sind das Training, Erholung, Schlaf, Ernährung, Athletik und das soziale Umfeld.

Eignet sich die Nordbahntrasse für das Radtraining?
YEAH!Sport: Fürs Radtraining nicht unbedingt, da meistens zu voll und wir zu schnell. Wir haben hier aber im Sommer schonmal Intervalle gefahren. Da sollte man aber dann um 07.00 Uhr fertig sein. Fürs Lauftraining ist sie super geeignet. Wo findet man sonst in Wuppertal so eine lange und flache Strecke.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Ich habe bei der Recherche vom YEAH!Sport Triathlon Projekt 2020 gelesen. Was ist das?
YEAH!Sport: Wir absolvieren im März mit unseren Athleten ein Trainingslager auf Fuerteventura. Dann geht’s mit vierzehn Athleten als Vorbereitungswettkampf zum 70.3 Barcelona (halber Ironman). Der Hauptwettkampf ist dann der Ironman Frankfurt. Unser gemeinsames Ziel ist es, sich hier nochmals für die Ironman WM auf Hawaii zu qualifizieren. Dem YEAH!Sport Triathlon Projekt 2020 haben sich die vorgenannten vierzehn Athleten angeschlossen. Innerhalb des Projektes erhalten die Teilnehmer Trainingspläne, Vorträge zur Ernährung, Motivation, Zielsetzungsmanagement u. a., zudem Lauftechnik und Schwimmseminare, wöchentlich werden gemeinsame Trainings durchgeführt sowie Rennen absolviert.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft? Habt ihr noch Ziele, die ihr erreichen möchtet?
YEAH!Sport: Wir möchten diesen Sport bei bester Gesundheit gerne noch jahrelang ausüben. Unser Ziel ist es, gemeinsam in Kona auf Hawaii über die Ziellinie zu laufen. 😊

Zudem möchten wir, nachdem wir 2019 den tollen Ironman in Südafrika erleben durften, auch einmal die Ironmans in Cozumel (Mexiko) und den Ironman Neuseeland absolvieren.

Das Schlusswort gehört euch…
YEAH!Sport: Wir freuen uns, wenn wir mit unserem Interview viele zu diesem tollen und gesunden Sport motivieren können.

Stefan Gottschalk

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

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