Hubert Leuchter: Er liebt Taekwondo – die Sportler lieben ihn!

Bei der Recherche ist uns sofort aufgefallen, Hubert Leuchter ist ein ganz großer im deutschen Taekwondo-Sport. Eine lebende Legende! Bei allen mit denen wir während unserer Recherche über ihn gesprochen haben, bekommen wir ausschließlich Lobeshymnen zu hören. Leuchter war nie ein Mann der Worte, er war immer ein Mann der Taten. Bei Antonio Barbarino sprudelt es sprichwörtlich. „Hubert ist eine Legende. Ich erinnere mich sehr gerne unsere gemeinsame Zeit. Ich kenne KEINEN, der ihn kennt und NICHT mag“.

Es war Mitte der 90er, Antonio Barbarino war Jugendleiter im Landesverband, Hubert Leuchter der dazugehörige Jugendtrainer. Die Charaktere konnten unterschiedlicher nicht sein. Barbarino, hochmotiviert, verbissen und an Strukturen festhaltend. Trainingswissenschaften, Normen und Prozesse war aber noch nie das Ding von Hubert Leuchter. Das gelebte Teamwork aber bis heute noch ungeschlagen und legendär. Leuchter überzeugte schon immer mit Taten, und arbeite eher pragmatisch und Zielorientiert. Aber immer mit einen riesen Herz für seine Sportler. Barbarino erinnert sich gerne zurück an die Zeit, „was hatten wir Diskussionen. Aber Hubert hatte immer die Sportler hinter sich. Die haben ihn geliebt. Das hat mich oft am Ende doch überzeugt.“

Sportler erinnern sich auch nur in höchsten Tönen an den charismatischen Trainer. Unvergessen auch die Überraschungsparty zu seinen 50. Geburtstag. Es war an einem Wochenende während der „Dutch Open 1999“ in einer Holteldiscothek. Leuchter schon immer sehr bescheiden, musste lange überredet werden, um dieser überhaupt zu betreten. Die Überraschung war aber gelungen, die komplette Mannschaft feierte ihren „Hubsi“ mit lauten Gesängen und wie er es verdient hat, sehr überschwänglich.

Dabei ist der Baesweiler nicht nur absolut bodenständig, viel mehr prägt ihn seine gelebte Bescheidenheit. Am liebsten, bzw. wenn überhaupt, spricht er über Menschen nur, wenn er etwas positives zu erzählen hat, aber sowieso schonmal sehr ungern über sich selbst. Leuchter war als Sportler schon extrem ehrgeizig, noch heute erinnern sich viele in der Städteregion Aachen an ihre ersten gemeinsamen sportlichen Aktivitäten. Lediglich mit Weste und Tiefschutz trainierte er für höhere Ziele. Er prägte in den 70ern den Koreanischen Kampfsport nicht nur in seiner Heimatstadt.

In Seoul bei der Weltmeisterschaft 1975 war er für den Deutschen Verband viel mehr als nur ein Botschafter. Das deutsche Taekwondo noch ganz am Anfang, bei der Weltmeisterschaft in Korea konnte der deutsche Verband trotzdem ein Zeichen setzen. Die Vorbereitung und das Training bei Hitze und schwülen Temperaturen für heutige Verhältnisse kaum vorstellbar. Im öffentlichen Park hatte sich das deutsche Team für die Wettkämpfe in Seoul vorbereitet. Als Europäer ist man natürlich dort sofort aufgefallen und gewann so auch die Herzen der Koreaner die größte Bewunderung für die Sportler übrighatte. Am Ende waren diese Erlebnisse nicht das einzige was er wieder mit nach Hause nehmen konnte. Nach einem grandiosen Turnier musste er sich lediglich im Halbfinale vom späteren Weltmeister geschlagen geben und wurde sensationell dritter!

Leuchter erinnert sich gerne. „Es war für uns eine exotische Erfahrung. Naiv und wohl motiviert sind wir nach Korea geflogen“, für den späteren Weltmeister Tae-Hwan Son hat er noch heute großen Respekt. „Er hat verdient gewonnen, er war an diesen Tag einfach schneller als ich.“ – dabei war auch Leuchter für seine Schnelligkeit, präzisen Kopftritte und Konter gefürchtet. Anders als sein großes Vorbild, Mohamed Ali, blieb er auch bei einer Niederlage ruhig und sachlich. Leider scheiterte er 1979 bei einer Heim-WM wieder im Halbfinale. In Sindelfingen scheiterte er gegen den Amerikaner Greg Fears. Noch Heute besucht Leuchter gerne Nachwuchsturniere. Taekwondo ist sein Leben, und er ist für den Sport viel mehr als nur ein Vorbild geworden. Taekwondo-Aktuell 04/2020

https://youtu.be/M_lVZQfVAek

Stefan Gottschalk

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

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