Leichtathletik: Im Gespräch mit Tom Edinger – Wie Phönix aus der Asche

Foto: MEDIABEL | Stefan Gottschalk

Allein der Name – Leichtathletik Zentrum Wuppertal – lässt erahnen, dass man schon bei der Gründung große Ziele vor Augen gehabt hat. Der Verein steht seit 2017 für leistungsorientierten Sport. Das war sicher auch ein Grund dafür, warum sich die Trainer und Athleten der olympischen Kernsportart, geschlossen als Leichtathletik-Abteilung des Wuppertaler SV, neu erfunden haben und ein neuer Verein gegründet wurde. Beim WSV gab es für die Leichtathleten kaum Perspektiven, vieles wurde dem Interesse der Fußballer untergeordnet.

Der Entfaltungsspielraum für die Sportler der Leichtathletik-Abteilung bot also nicht so viel Platz, Talente zu entdecken bzw. zu fördern. Als neuer Stern am Wuppertaler Leichtathletik-Himmel wollte u. a. Thomas Ediger in seiner Heimatstadt Wuppertal Leichtathletik weiter etablieren und auf professionellem Niveau ausbauen.

Die Erfolge haben nicht lange auf sich warten lassen, denn nicht mal ein Jahr nach der Gründung kann sich das Ergebnis sehen lassen. Wir nutzen die Möglichkeit mit Tom Ediger, über seine Erfahrung und Erfolge der letzten Monate zu sprechen. Insgesamt feierte er 2018 den Deutschen Meistertitel im Hochsprung der Jugend U18 und die Berufung in den DLV-Bundeskader. 2019 folgte in der Jugend U20 die Silbermedaille bei den Deutschen Hallenmeisterschaften und die Bronzemedaille bei den Deutschen-Freiluft-Meisterschaften. Aber auch dieses Jahr wird der sympathische Wuppertaler in der Jugend U20 an den Start gehen. Es könnte also wieder ein erfolgreiches Jahr für ihn werden.

Tom Ediger, herzlichen Glückwunsch. Im letzten Jahr gehörten Sie sicher zu den erfolgreichsten Wuppertaler Sportlern.

Hand aufs Herz, haben Sie bei der Gründung geglaubt, dass sich der Erfolg so schnell einstellt? Was ist das Geheimnis dafür, dass der Verein so erfolgreich ist?
TE: Ich denke, wir Athleten und Trainer arbeiten unabhängig vom Vereinsnamen auf einem sehr guten Niveau, was schlussendlich ausschlaggebend für die Wettkampferfolge ist! Die Entfaltungsfreiheit im LAZ bietet natürlich neue Möglichkeiten, die auch mit dem Erfolg zusammenhängen.

Was verbinden Sie mit dem Erfolg?
TE: Mit dem Erfolg des LAZ verbinde ich schlichtweg Stolz. Dass ein Verein, der von den Trainingsmöglichkeiten und -stätten her den Top-Vereinen Deutschlands größtenteils klar unterlegen ist, trotzdem mithalten kann, ist bemerkenswert. Mit meinen persönlichen Erfolgen verbinde ich harte Arbeit, Lernbereitschaft und unendliche Motivation, sowie Gier nach Mehr.

An welches Ereignis erinnern Sie sich besonders gerne?
TE: Das bisherige Highlight war natürlich der Deutsche Meistertitel 2018, für mich sind aber auch jedes gelungene Training und Wettkämpfe positive Ereignisse.

Wann haben Sie mit dem Sport angefangen? Warum wurde ausgerechnet Leichtathletik/Hochsprung zu Ihrer großen Passion?
TE: Durch meine beiden Geschwister war ich schon früher oft als Zuschauer dabei und wollte somit auch vieles in der Leichtathletik mal ausprobieren. Richtig ambitioniert habe ich mit 12 Jahren angefangen. Hochsprung war immer eine meiner besten Disziplinen, bis Ende 2017 war ich jedoch Zehnkämpfer. Die Fokussierung auf den Hochsprung hat insofern Sinn gemacht, dass die Leistungen trotz wenig Trainingsaufwandes in dieser Disziplin mehr als stimmten und somit viel Potenzial für mehr vorhanden war. Die Disziplin ist für mich auch eine der beeindruckendsten und ansehnlichsten der Leichtathletik.

Das Stadion am Zoo war einmal vor seinem Umbau als reine Fußballarena ein schönes Mehrzweckstadion. Finden Sie es schade, dass es für große Leichtathletik-Events nicht mehr zu gebrauchen ist? Eine offizielle Meisterschaft im freien vor heimischem Publikum fällt damit wohl aus!?
TE: Definitiv ist es schade, eine Heim-Meisterschaft ist somit hier nicht zu realisieren. Hochsprung-Events in der Hallensaison vor heimischem Publikum sind jedoch bereits ausgetragen worden und sollen auch in Zukunft gesteigert werden. Das ist auch eine super Chance, sich in der Heimatstadt zu präsentieren.

Wie sieht Ihre Planung für 2020 aus? Welche Termine sollten sich Ihre Fans unbedingt vormerken?
TE: Von direkten Fans würde ich in meinem Fall nicht direkt sprechen 😉. Die Highlights werden die Deutsche Hallenmeisterschaft am 15./16. Februar in Neubrandenburg, sowie die Deutschen Freiluft-Meisterschaften Ende Juli in Ulm sein. Zudem findet dieses Jahr die U20-WM in Nairobi statt. Ein großer Traum wäre es, dort teilzunehmen.

Die Meisterschaften in Berlin entwickeln sich immer mehr zum Mekka für alle Leichtathleten. Egal ob Euro- oder Deutsche Meisterschaft, die Veranstalter schaffen den Athleten ein großartiges Forum für ihren Sport. Glauben Sie, dass ein solches Konzept auch in anderen Städten so funktioniert hätte? Wie war es für die Sportler?
TE: Das Berliner Olympiastadion hat sicherlich eine ganz besondere Atmosphäre und bietet somit gute Voraussetzungen für Top-Leistungen. Die 2022 anstehenden European Championships werden im Münchener Olympia-Park stattfinden, ich denke dort kann an Berlin angeknüpft werden. Ich selber bin in Berlin noch nicht gestartet, habe jedoch von Teilnehmern, unter anderem Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko, gehört, dass es einfach ein wahnsinniges Gefühl sei, dort vor dem Publikum zu starten und dass man schlichtweg beflügelt wird.

Wo sehen Sie im internationalen Vergleich die deutsche Leichtathletik?
TE:  Ich denke, wir hatten immer schon starke Werfer, dies ist heutzutage besonders im Speerwurf noch der Fall. In vielen anderen Disziplinen ist sicherlich Luft nach oben.

Was kann man tun, damit auch Leichtathletik wieder interessanter wird?
TE:  Auch hier ist eine strategische Kommunikation der beteiligten Verbände gefragt, um die Leichtathletik für die Öffentlichkeit interessant zu machen. In Form von speziellen Meetings oder ausgelagerten Wettkämpfen, z. B. in die Innenstadt, wurden durchaus schon positive Effekte erzielt. Das Berliner Olympiastadion war bei der EM 2018 ausverkauft, auch Großevents im Heimatland können helfen.

Zum Schluss, was sind Ihre persönlichen Ziele?
TE: Die Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft im Deutschen Nationaltrikot.

Das Schlusswort gehört Ihnen. Was möchten Sie unseren Lesern evtl. noch mitteilen?
TE: Ich möchte das „Drum herum“ loben. In den Zeitungen steht oft der Athlet alleine, dahinter stehen jedoch einige Leute, die dies überhaupt ermöglichen, unter anderem Trainer, Physio-Therapeuten und Sponsoren! In diesem Sinne ein Dankeschön meinerseits für jegliche Unterstützung!

Stefan Gottschalk - Fair leasen! #fairleasen

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen! #fairleasen #mediabel

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