e.Go – Made in Germany / Interview mit Prof. Dr. Günther Schuh

Kein anderes Thema geistert derzeit so präsent durch die deutschen Medien. Autos mit Elektro-Antrieb sind die Zukunft, sogar über feste Zulassungsquoten wurde schon sehr angeregt im Deutschen Bundestag diskutiert. Kein anderes Thema ist so aktuell, aber auch kontrovers. Es ist ein Irrtum das die modernsten Elektro-Fahrzeuge in Japan gebaut werden.

e.Go forscht und baut seit Jahren mit namhaften Partnern in Aachen erfolgreich Modelle für den Markt. Was uns bei unserer Recherche aufgefallen ist, hat uns hellhörig gemacht. Das junge Start-up „e.Go“ wird in den Fachmedien als „E-Auto-Zentrum“ gepriesen, das Modell e.GO Life hat als elektrische Sparbüchse das Potential der neue Volkswagen zu werden. Die e.GO Mobile AG verfügt über ein einzigartiges Netzwerk an führenden Partnern. Auch weitere sehr innovative Modelle werden aktuell entwickelt und haben das Potential, für umweltfreundliche Verwendung. Das dies problemlos möglich ist, funktioniert seit Jahren ja schon auf Autofreie Inseln wie Langeoog, Juist etc. – Was leider noch etwas fehlt, ist die Infrastruktur, und eine klare Regelung bzgl. der möglichen staatlichen Prämien. Wir hatten die Möglichkeit dem jungen Unternehmen ein paar Fragen zu stellen.

Guten Tag, vielen Dank das Sie sich Zeit für uns nehmen. Als Sie mit e.GO angefangen haben, was war Ihre Vision?

Prof. Dr. Günther Schuh: Nach der Entwicklung des StreetScooters war die Motivation zu zeigen, dass es auch für den Personenverkehr möglich ist, ein günstiges Elektroauto für den Stadtverkehr zu entwickeln. Uns stellte sich die Forschungshypothese: „Ist es mit heutigen technischen Mitteln und Akkus möglich, ein bezahlbares Auto herzustellen, das ähnlich viel kostet wie ein Benziner?“
Es galt und gilt immer noch eine Lösung zu finden, die Emissionen in den Städten zu reduzieren.

Mit ca. 15.900€ ist Modell e.GO Life (erscheint im Frühjahr 2018) ja vergleichsweise günstig, wer wird die Zielgruppe für dieses Fahrzeug?
Prof. Dr. Günther Schuh: Zum Einen wollen wir Flottenkunden bedienen. Sharing-Dienste, Pflegedienste und Lieferdienste. Alle die, die mehrere kurze Strecken in Ihrer Tour fahren, oft halten müssen und wieder anfahren. Zum Anderen ist der e.GO Life das optimale Zweit- oder Drittauto für Menschen, die im stadtnahen Bereich wohnen.

Wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Infrastruktur? Was wünschen Sie sich evtl. noch zum Verkaufsstart?
Prof. Dr. Günther Schuh: Das Konzept unseres e.GO Life setzt auch voraus, dass man nicht an die Tankstelle fahren muss um ihn zu laden. Er ist an der normalen Haushaltssteckdose aufzuladen. Wir gehen davon aus, dass niemand extra an eine Ladesäule fährt um dort zu laden. Man lädt dort, wo man gerade ist. Also zuhause oder auf der Arbeit. Wenn Sie ihre Strecken über Tag gefahren sind, kommen Sie abends nach Hause, laden ihn auf und am nächsten Morgen geht es weiter. Unabhängig davon, wäre der Ausbau der Infrastruktur in Zukunft wünschenswert.

Wo wird man den e.GO Life kaufen können, wer ist der Ansprechpartner für Service?
Prof. Dr. Günther Schuh: Den e.GO Life können Sie jetzt schon online und in unseren beiden Showrooms vorbestellen. In Zukunft wird es auch über ganz Deutschland verteilt Vertriebspartner geben, bei denen Sie den e.GO Life bestellen und kaufen können. Für den Service sind die Bosch-Service-Werkstätten zuständig, die europaweit aufgestellt sind.

Mit einen elektro-Auto kann man mittlerweile alle tagtäglichen Erledigungen problemlos erfüllen. Car-Sharing nimmt immer mehr zu, sehen Sie dort auch eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit für den e.GO Life?
Prof. Dr. Günther Schuh: Ja auch für das Car-Sharing bietet der e.GO Life die optimale Lösung. Er ist mit 15 Cent pro Personenkilometer, der günstigste Kleinwagen auf dem Markt.

Sie haben aber nicht nur einen Kleinwagen in der Planung, mit dem e.Go Mover steht schon das nächste Modell im Schaufenster. Wo sehen Sie sofortige Einsatzmöglichkeiten für das Modell?
Prof. Dr. Günther Schuh: Der e.GO Mover kann jetzt schon im innerstädtischen Verkehr als elektrisch betriebener Kleinbus eingesetzt werden. Aufgrund seiner kompakten Größe kann er nahezu jede innerstädtische Route befahren. Er fährt geräuscharm und lokal emissionsfrei.

Sie arbeiten mit einem großen Netzwerk führender und kompetenter Partner zusammen. Welche innovative Technik finden ihre Kunden in ihren Fahrzeugen?
Prof. Dr. Günther Schuh: Für den e.GO Mover liefert ZF die notwendigen Sensoren, die ZF ProAI als zentrale Rechen- und Steuereinheit, basierend auf NVidia-Technologie, den elektrischen Antrieb sowie unter anderem Achsen, Bremsen und Lenkung. Die Connectivity des e.GO Life wird in Zusammenarbeit mit Bosch entwickelt.

Worauf dürfen sich ihre Kunden freuen? Wofür steht e.GO?
Prof. Dr. Günther Schuh: e.GO steht für günstigen, elektrisch betriebenen Fahrspaß.

Thema Automatisiertes Fahren. Wo sehen Sie die Einsatzmöglichkeiten?
Prof. Dr. Günther Schuh: Durch autonomes Fahren können die Betriebskosten eines Fahrzeuges so signifikant gesenkt werden, dass sich eine hohe Anzahl von Fahrzeugen wirtschaftlich darstellen lässt. Dadurch kann die schnelle Versorgung eines Transportbedarfs realisiert werden, ohne eine Zunahme der Kosten für das Verkehrssystem oder den gefahrenen Personenkilometer. Ganz im Gegenteil zeigen einige Modellrechnungen, dass man den ÖPNV damit deutlich günstiger gestalten kann und er gegebenenfalls auch selbsttragend betrieben werden kann.
Im Augenblick ist autonomes Fahren, sprich Fahren ohne Fahrer (Level 4 der Automatisierung) aus rechtlichen Aspekten noch nicht möglich. Assistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen, sind jedoch schon im Einsatz.
Auch beim Parken hilft automatisiertes Fahren. Autonom geparkte Fahrzeuge können in der etwa 2,8-fachen Fahrzeugdichte geparkt werden, weil niemand aussteigen oder rangieren muss und daher alle Fahrzeuge unmittelbar nebeneinander geparkt werden können.

Wie wird sich der Markt weiterbewegen?
Prof. Dr. Günther Schuh: Die Mobilität in den Städten wird sich gravierend verändern. Wir werden schon bald kaum noch Verbrenner-Fahrzeuge in die Innenstädte hereinlassen können. Deshalb brauchen wir von der Politik Unterstützung für schnelle und zahlreiche Testfälle bzgl. People Movern, autonomen Langsamfahren, Valet Parking, E-Fahrzeug-Parkhäusern und ÖPNV on Demand. Stefan „Gotti“ / Manuel Schulz

e.GO Mobile AG
Die e.GO Mobile AG ist ein Elektroauto-Startup zur Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen mit Sitz im Cluster Produktionstechnik auf dem RWTH Aachen Campus. Im Frühjahr 2015 gründete Prof. Günther Schuh das Unternehmen, nachdem er bereits 2009 die StreetScooter GmbH mit initiierte. Von diesen Erfahrungen profitieren die bisher 150 Mitarbeiter, die heute in agilen Teams daran arbeiten, Elektrofahrzeuge für den Kurzstreckenverkehr kostengünstig und kundenorientiert herzustellen.

Stefan Gottschalk

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

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