Im Gespräch mit Michael Smolik – Coming home!

Michael mit seinen ersten Trainer Bernhard Güntner. Foto: Benjamin Güntner
Michael mit seinen ersten Trainer Bernhard Güntner. Foto: Benjamin Güntner

…wenn auch nur für ein Interview. Wir haben uns sehr gefreut, wie schnell er sich auf unsere Interviewanfrage gemeldet hat. Man merkt sofort: Hier hat nicht nur seine Karriere begonnen. Es ist viel mehr, das Michael Smolik mit Taekwondo verbindet. Er ist längst eine Ikone für unseren Sport, wenn nicht sogar einer der prominentesten Botschafter. Smolik ist kein Kickboxer, er ist Taekwondoin und aktuell einer der größten. Seine Glory-Kämpfe garantieren nicht nur Einschaltrekorde bei den Sat1-Liveübertragungen. Sein persönlicher Kampfrekord spricht für sich: 32 Kämpfe / 32 Siege und 23 davon durch K.O.

Wir erinnern uns sehr gerne an den sympathischen, ehrgeizigen Sportler. Ausgezeichnet hat den beim VFL Sindelfingen trainierenden Nachwuchsathleten schon immer seine Technik aber vor allem seine schon damals sehr große Zielstrebigkeit. Auch beim Park-Pokal konnte sich Smolik Medaillen mit nach Hause nehmen. Aber noch heute ist der ehemalige Polizist gerade für die Jungen ein Idol. So wie er, so möchten sie nicht nur kämpfen. Bemerkungen, dass Smolik mittlerweile auch „nur ein Influencer“ ist, macht man in der Gegenwart von Taekwondo-Sportlern besser nicht. Für sie ist er ein großer der Kampfsport-Szene und viel mehr als nur ein YouTuber. Das Angebot wird aber gerne angenommen, auch seine neue Single „Deine Chance“ gehört zum Repertoire der Athleten. Für viele ist der Song längst eine feste Begleitung zu seinen Wettkämpfen.

“ … meine ersten Trainer waren Ralph Pinkert und Bernhard Güntner“

Michael, fangen wir vorne an. Woran erinnerst Du Dich besonders gerne, wen Du an Deine Zeit beim VFL Sindelfingen – TAEKWONDO – zurückdenkst?
MS: Da gibt es viele, schöne Geschichten. Als ich zum VFL Sindelfingen gewechselt bin, war ich schon gut, aber noch lange keine Spitzenklasse. Trotzdem haben die Jungs mich dort sehr herzlich aufgenommen. Ich habe dort viel gelernt! Gerade am Anfang war das Training sehr hart, die Jungs haben mich nicht verschont, aber ich merkte schnell, dass ich von Training zu Training immer besser werde. Wir sind richtige gute Freunde geworden, ich erinnere mich sehr gerne an die Zeit. Die Turniere, die Partys danach – ich bin allen sehr dankbar. Das hat mich sehr geprägt und es hat dazu beigetragen, dass ich immer besser geworden bin.

Weißt Du noch wie Du angefangen hast? Gerade am Anfang kann es beim Kampfsport sehr frustrierend sein.
MS: Ich hatte den Vorteil, dass ich schon mit drei Jahren mit meinem Vater und Bruder trainiert habe. Praktisch direkt nach der Geburt habe ich schon die Motorik gelernt. Ich glaube aber auch, dass man die Fähigkeiten irgendwie in sich haben muss. Mit fünf wurde ich dann bei einem Verein angemeldet, meine ersten Trainer waren Ralph Pinkert und Bernhard Güntner. Es hat mir einen Riesenspaß gemacht. Auch Rückschläge konnten mich nicht stoppen. Wie gesagt, ich bin damit zu Hause groß geworden und hatte es irgendwie schon immer im Blut.

Du bist dem Sport noch sehr verbunden. Siehst Du Dich – auch als erfolgreicher Kickboxer – noch als Taekwondoin?  
MS: Total! Ich würde es nicht an einer Sportart festmachen, ich liebe die gesamte Mentalität. Klar verbinden 15 Jahre Taekwondo. Es wird für immer mein Leben bleiben. Ohne diesen Sport hätte ich nicht die Grundlage für meine Laufbahn gelernt. Meine Beinarbeit, mein Auge, meine Beweglichkeit und Agilität als Schwergewichtler. Aber im Gesamten sehe ich mich als Kampfsportler!

Wie schwierig war der Wechsel für Dich?
MS: Gerade am Anfang war es schwer. Bei meinen ersten Kämpfen hatte ich meine Arme viel zu weit unten – eben so, wie ich es in fünfzehn Jahre Taekwondo gemacht habe – und ich habe sehr wenig geboxt. Das hat bestimmt ein Jahr gedauert, bis ich mich umstellen konnte.

„Levent Tuncat hat mich total inspiriert“

Du hast in Deinen Videos auch schon mal von dem Niveau bei den großen Taekwondo-Turnieren gesprochen. Wie hilfreich war die Erfahrung für Dich?
MS: Das war wahnsinnig wichtig für mich. Bei den bekannten Turnieren, wie bei den Dutch Open, hat man sechs oder sieben Kämpfe bis zum Finale. Alle auf höchstem Niveau und an einem Tag. Da lernt man siegen! Irgendwie hat man nie einen schwachen Gegner und kämpft immer an der Leistungsgrenze. Wenn Du so ein Turnier gewinnst, warst Du ultrastark. Mich hat das unheimlich weitergebracht. Und bei Niederlagen hast Du viel mitnehmen können, ich habe schnell gelernt meine Fehler zu verbessern. Ich erinnere mich, als Jugendlicher war ich dann doch schon mal frustriert. Aber ich bin drangeblieben und hatte irgendwann eine Zeit, wo ich lange ungeschlagen war, bis dann irgendwann auch wieder eine Niederlage folgte. Für mich war die Erfahrung prägend und hilfreich.

Wer ist Dein Vorbild?
MS: Levent Tuncat hat mich total inspiriert. Zu ihm habe ich immer aufgeschaut, ein unglaublicher Kämpfer. Leider passte sein Kampfstil aber nicht zu mir. Jon Jones ist für mich „der Kämpfer“. Heftig seine Kämpfe. Klar, Bruce Lee darf auch nicht fehlen. Das sind Kämpfer, die mich geprägt haben. Aber richtige Vorbilder hatte ich keine. Ich wollte schon immer selbst jemand sein, der mit seinen Kampfstil Vorbild für den Nachwuchs ist.

“ … mein Traum war es für Deutschland bei Olympia zu kämpfen“

Warum hast Du damals mit dem Taekwondo aufgehört?
MS: Ich habe mich am Ende ganz schlecht und irgendwie betrogen gefühlt. Ich habe ein Turnier nach dem anderen gewonnen, mein Traum war es für Deutschland bei Olympia zu kämpfen. Ich habe einen nach dem anderen geschlagen, der vor mir in der Rangliste war, aber nie habe ich eine Chance bekommen, für das Nationalteam starten, um zu zeigen was ich kann. Nicht einmal eine Einladung habe ich bekommen. Für mich war das sehr hart, zumal ich mich ja sportlich qualifiziert habe. Was geht mehr als die Besten zu besiegen!? Für mich war das wie ein Schlag ins Gesicht. Mir hat es gereicht: Ihr wollt mich nicht, dann gehe ich einen anderen Weg!

Mittlerweile hat sich eigenes getan. Die Kämpfe werden jetzt elektronisch bewertet und sind sehr transparent auch dank einer möglichen Video-Wiederholung. Glaubst Du, damit wären manche Deiner Kämpfe anders ausgegangen?
MS: Auf jeden Fall! Ich hatte damals, gerade zum Ende, immer das Gefühl, das gegen mich gewertet wurde. Oft dachte ich, das Ding hast Du doch eigentlich haushoch gewonnen und war niedergeschlagen und traurig.

„Kampfsport ist seit meiner Geburt in meinem Blut. Das lebe ich!“

Du bist besessen, trainierst wie kaum ein anderer. Man sagt ja, „Training schlägt Talent“. Was braucht man aber wirklich, um so erfolgreich zu werden?
MS: Das allerwichtigste ist Willenskraft. Egal wie oft man verliert, man muss immer weitermachen und an sich glauben. Auch die Leidenschaft für das, was man tut, muss vorhanden sein, man muss einfach brennen für das was man macht, um das Feuer entfachen können!
Talent und Hingebung braucht es aber auch. Ich werde zum Beispiel nie ein guter Musiker werden. Da fehlt mir einiges und ich werde nie im Leben das abliefern können, was die großen Musiker der Szene können. Ich könnte soviel üben wie ich möchte und doch kein großer Rapper werden. Kampfsport ist seit meiner Geburt in meinem Blut. Das lebe ich. Disziplin und Willenskraft beim Training machen aber am Ende den Unterschied. Vielleicht braucht ein Sportler mit Talent weniger Training, er wird aber trotzdem von denen geschlagen, die mehr Ehrgeiz und Fleiß mitbringen. Aber auch die Mentalität muss stimmen. Ohne Kopf gibt es keinen Erfolg.

Ist es wahr, dass Du Deine Polizei-Karriere mehr oder weniger beendet hast, weil man dort mit Deinem Sport nichts anfangen konnte?
MS: Ja! Ich wurde vor die Wahl gestellt, Polizist oder Profisportler zu sein. Ich vermute es war eine Führungsentscheidung. Hätte ich einen anderen Vorgesetzten gehabt, wäre das vielleicht anders ausgegangen. Am Ende war der Polizei meine Verletzungsgefahr zu groß, obwohl ich bis dahin noch nie Probleme damit hatte. Ich habe die Entscheidung aber akzeptiert und habe meine Autogrammkarte auf den Tisch gelegt und bin gegangen. Heute ist die Karte zumindest etwas wertvoller als damals.

Dein Mut wurde belohnt. Du hast es geschafft! Oder hast Du Dir irgendwann schonmal Deinen Streifendienst vermisst?
MS: Nein, überhaupt nicht. Das war die beste Entscheidung in meinen Leben. Ich war gerne bei der Polizei und es war auch eine schöne Zeit. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich auch in dieser Zeit viel gelernt habe und Erfahrungen sammeln konnte. Aber ich würde es heute wieder genauso tun.

„Ich sehe mich eigentlich überhaupt nicht als Influencer“

Du bist in Deinen YouTube-Videos sehr offen und nahbar. Hast Du schon mal ein Video bereut, das Du veröffentlicht hast?
MS: Ja. Ich glaube jeder YouTuber macht mal etwas, das er später wieder bereut und vielleicht auch löscht. Egal wie viel Arbeit ich in ein Video gesteckt habe: Wenn ich es mit Abstand anders bewerte und reflektiere, nehme ich es wieder raus. Am Anfang kam das noch öfter vor, mittlerweile habe ich aber auch bei den Medien einiges dazugelernt. Mit der Zeit bin ich da auch reingewachsen und möchte authentisch und ein Vorbild sein.  Ich möchte vor allen, dass die jungen Viewer ein gutes Beispiel haben. Ich bin mir meiner Rolle sehr wohl bewusst.

Du bist nicht nur ein großer Sportler, sondern bestreitest noch andere Projekte. So hört man, dass bald bei Sat1 eine neue Serie mit Dir ins Programm aufgenommen werden soll. Was ist da dran!?
MS: Lasst euch überraschen. Es sind noch einige Dinge geplant. Durch die Corona-Krise hat sich leider einiges verschoben. Es wird auf jeden Fall noch etwas kommen…

Auch als Influencer hast Du innerhalb kürzester Zeit sehr viel bewegen können und bis ein Vorbild für viele Sportler. Hast Du einen Tipp, worauf die Stars von morgen achten sollten?
MS: Ich sehe mich eigentlich überhaupt nicht als Influencer. Ich bin Profisportler und Schauspieler und benutze die Medien für mich und meine Projekte. Influencer verkaufen Produkte von ihren Sponsoren, das tue ich nicht. Social Media ist extrem wichtig und wird von vielen Sportlern in meinen Augen unheimlich unterschätzt. Ohne diese Medien würde mich wahrscheinlich keiner kennen. Sie haben mir geholfen, zu dem zu werden, der ich heute bin. Es gibt wahrscheinlich da draußen Leute, die viel besser sind als ich. Die kennt nur keiner, weil sie sich nicht vermarkten! Man kann auch nicht früh genug damit anfangen. Mich hat damals mein bester Freund dabei unterstützt, ich bin ihm sehr dankbar dafür.

„Lob bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten“. Für Deine sportliche Erfolge musstest Du sehr hart arbeiten. Wahrscheinlich jeden Tag. Wie verarbeitest Du die ganze Missgunst, mit der über Dich geschrieben wird? Kann man das komplett ausblenden? Was bleibt eventuell von diesen ganzen Angriffen doch hängen?
MS: Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es mir total egal ist. Mit der Zeit wächst man da aber rein – aber anfangs ist es schon schwierig. Erst Mal hat man eine kleine Reichweite und wird von allen geliebt. Mit dem Wachsen kommen die ersten Hater, und man fragt sich schon: „Was habe ich Dir eigentlich getan, ich möchte hier nur Werte zu vermitteln und mein Ding durchzuziehen!?“
Man versteht es natürlich nicht, lässt es an sich ran – und manches hat mich auch belastet. Mit der Zeit habe ich gelernt, das zu ignorieren. Ich bin aber auch nur ein Mensch und deswegen wird es mir nie komplett egal sein. Man darf es einfach nicht so nah an sich ranlassen. Ich bin mittlerweile professionell genug und stehe darüber!

„… Ich hätte auch vor Hollywood keine Angst“

Wie lange machst Du den Sport noch? Hast Du Dir darüber schonmal Gedanken gemacht?
MS: Es ist echt schwierig, das kann ganz schnell gehen, von einer auf die andere Sekunde und dann ist nichts mehr so wie es früher war. Ich würde mich freuen, wenn mich mein Körper bis 35 kämpfen lässt. Mit der Zeit wird es aber immer schwerer, weil die Regeneration länger braucht. Aber auch hier ist das mentale Training sehr wichtig und ich versuche, solange wie es geht, mein Bestes zu geben.

Wie sehen Deine Planungen für die Zukunft aus? Glory, Käfigkämpfe, Schauspieler, Coach oder vielleicht als Musiker?
MS: Das rappen wird auf jeden Fall nur mein Hobby bleiben. Um Gottes willen, ich werde nie alles hinschmeißen und versuchen Rapper zu werden. Es hilft mir vielleicht, meine Erlebnisse zu verarbeiten. Die Schauspielerei ist aber für mich ein großes Thema für meine Zukunft. Gerne würde ich mal in einen großen Film mitspielen. Ich hätte auch vor Hollywood keine Angst und würde mich sehr gerne weiterentwickeln. Kampfsport ist sowieso immer ein Thema. Aktuell ist es ja kein Geheimnis, das ich viel bei der MMA bin. Durch die Corana-Zeit hat sich einiges verschoben. Die nächste Zeit wird es zeigen wie es sich weiter entwickelt, die Gespräche laufen und es wird auf jeden Fall weiter gehen.

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren? Worauf dürfen sich Deine Fans freuen?
MS: Mein größtes Ziel ist es, für das, was ich erreicht habe, eine Art Legenden-Status zu haben. Das ist mein absoluter Wunsch, von dem ich aber noch weit entfernt bin. Ich möchte, dass man weiß wer ich bin, und was ich erreicht habe. Als Sportler würde ich gerne das erreichen, was noch kein Deutscher bisher geschafft hat. Taekwondo-Aktuell 05/2020

Info:
Michael Smolik
Geboren 28. Juli 1991
Mehrmaliger Amateurweltmeister und Profiweltmeister im Kickboxen in der World Kickboxing and Karate Union
Schauspieler (unter andrem Sat 1 „Die Ruhrpottwache“)
YouTuber mit weit über 700.000 Abonnenten

Stefan Gottschalk - Fair leasen! #fairleasen

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen! #fairleasen #mediabel

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