TV Beyeröhde-Wuppertal: Endspurt in die Zukunft!

Der TV Beyeröhde gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Sportvereinen in Wuppertal, fast unbemerkt und wenig wahrgenommen. Nicht nur, dass der Verein zwischenzeitlich auch in der 1. Bundesliga zu finden war, die gelebte Nachbarschaft der Langerfelder ist in dieser Form einmalig. Mit der Auszeichnung „Wuppertaler Triangulum in Gold“ pflegt man einen wertschätzenden Blick über den Tellerrand. Ausgezeichnet werden Sportler*innen von anderen Vereinen in Wuppertal, die durch großartige Leistungen im Leistungssport aufgefallen sind. Zuletzt waren das u.a. Franziska Ritter (Klettern), Mira Pazic (Moderner Fünfkampf) und Tom Ediger (Leichtathletik). Alles Sympathieträger der Stadt, die mit ihren sportlichen Erfolgen bundesweit für positive Schlagzeilen gesorgt haben. Die erste Preisträgerin war übrigens 1984 Stefanie Osenberg. Eine großartige Geste vom TVB, auch wenn die lokalen Medien den Fokus nicht immer auf den erfolgreichen Leistungssport im Bergischen lenkt.

Zukunft durch Tradition

Sportlich läuft es für die Handballgirls in dieser Saison noch nicht ganz so wie gewünscht. Wieder einmal hat man zur neuen Saison acht Leistungsträgerinnen abgeben müssen. Der Weg führt vom TVB für diese Spielerinnen meistens in die erste Bundesliga. Umso beeindruckender ist es, dass der Verein, mit einem Etat von ca. 150.000 EUR, es seit Jahren schafft, nicht nur die Klasse zu halten, sondern junge Talente zu scouten und weiter zu entwicklen. So hat man auch für die aktuelle Saison wieder acht neue Spielerinnen ins Team einbauen können. Jeder Sportinteressierte weiß, wie schwierig das ist, aber beim TVB wird nicht gejammert, sondern gearbeitet. Geschlossen als Team bleibt das für diese Saison ausgesprochene Ziel der Klassenerhalt. Der Teamspirit bleibt von allen News der letzten Wochen unbeeindruckt. Ganz im Gegenteil, man hat das Gefühl, dass es jetzt alle im Verein noch mal wissen wollen. Jetzt erst recht!

Die Etatplanungen für die Saison 2020/21 erfolgten bereits für die Lizensierung im Februar 2020, vor dem Corona Lockdown und dem Saisonabbruch im März 2020. Unerwartet, auch für den TVB, reißt die Pandemie aktuell ein großes Loch in die Planung für die Zukunft. Dem Verein fehlen bei dem ohnehin schon niedrigen Etat nicht nur die Zuschauereinnahmen. Auch mussten Sponsoren ihre Zusagen mangels Aufträgen und eigener Probleme kürzen bzw. sogar ganz zurücknehmen. Im Rahmen der Pandemie ist es für den Verein also keine leichte Aufgabe, sich neu zu organisieren und die erforderlichen Mittel zu beschaffen.

Genderpolitik und Frauen-Quote / Handballgirls suchen Unterstützung

Zum Schluss bleibt eine Frage. Die Handballgirls vom TV Beyeröhde gehören seit acht Jahren zu den dreißig besten Vereinen im Frauenhandball in Deutschland. Der Gesamtverein reicht mit einer wunderbaren Geste, dem Wuppertaler Triangulum in Gold, jedem Verein in der Nachbarschaft die Hand. Gerade in diesen Zeiten ein vorbildliches Zeichen in die richtige Richtung. Es gibt nicht viele Vereine, die im Gesamtauftritt seit Jahren so eine sympathische, seriöse und überregionale Außendarstellung haben..

Zurück zur Frage: Wie kann es sein, dass ein solcher Verein in diese Lage kommt? Liegt es daran, dass es Frauensport ist (der Frauensport erhält nur 7% aller Sponsoringgelder im Sport)? Unendlich und ausdehnend, wie ein altes Kaugummi, wird längst über Genderpolitik und die Frauen-Quote diskutiert. Wo sind die starken Frauen in den ca. 15 Weltmarktführer-Unternehmen in Wuppertal, die dank ihrer Position dem Verein helfen möchten? Selbstverständlich dürfen sich auch überregionale Unternehmen angesprochen fühlen. Was kann man sich mehr als Partner oder Sponsor wünschen? Das Prädikat Bundesliga bedeutet nicht nur nationale Aufmerksamkeit. Es öffnet sich ein ganz neues Netzwerk und viele neue Möglichkeiten.

Der Kuchen sollte für alle groß genug sein. Es wird Zeit, sich einmal darüber Gedanken zu machen, was Sportfans wirklich interessiert und was diese lesen möchten. Die Leser möchten über sportliche Erfolge, gerne auch mal Misserfolge, aber vor allem vielseitiger informiert werden. Da, wo wir Zuhause sind, möchte man vor allem wissen, was so vor der eigenen Haustür los ist.

Was ist mit den Talenten dieser Stadt, wie den Triangulum Preisträgern der letzten Jahre!? Es gibt kaum eine Stadt, die im Breiten- und Leistungssport so breit aufgestellt ist wie Wuppertal. Es gibt so viele Gesichter, Geschichten, Erfolge, und vor allem jede Menge Leistungssport! Man muss nur darüber berichten…

In diesem Sinne: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“

Stefan Gottschalk

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

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