Wuppertaler Künstler: Julian Brügmann (Fotograf)

Auf den ersten Blick haben Tagestouristen und Durchreisende meist den gleichen Eindruck: Wuppertal ist nicht schön. Wobei sich das mit dem neuen Döppersberg schon klar zum Vorteil geändert hat. Die Stadt empfängt seine Besucher jetzt freundlich und vor allem sauber und aufgeräumt. Das war zu Zeiten der „Harnröhre“ noch ein ganz anderer erster Eindruck, den man von der bergischen Metropole gewinnen konnte.

Aber auch bei einer Fahrt mit unserer weltberühmten Schwebebahn hinterlässt die Stadt nicht wirklich einen glänzenden Eindruck. Speziell die alten, immer mehr verfallenden Immobilien des großen Chemiekonzerns an der Wupper wirken eher abschreckend.

Wuppertal – die Stadt der schönen Ecken

Auf den zweiten Blick weiß die Stadt an der Wupper sofort zu überzeugen und muss sich mit seinen riesigen Grün- und Waldflächen nicht verstecken. Es gibt unheimlich viel zu entdecken. Einer, der sich für uns ein Bild gemacht hat, kennt sie alle. Ein Blick in die Galerie von Julian Brügmann zeigt unsere wunderschöne Stadt!

Julian, als Fotograf läufst Du wahrscheinlich sowieso immer mit offenen Augen und auf der Suche nach dem nächsten Motiv durch die Stadt. Wie attraktiv ist das Angebot in Wuppertal im Vergleich zu anderen Städten?
JB: Seitdem ich bewusst fotografiere, sehe ich Wuppertal schon mit anderen Augen. Vorher war es einfach die Stadt, aus der ich komme, und wirklich attraktiv fand ich Wuppertal noch nie. Das hat sich dann mit der Fotografie sehr zum Positiven gewendet, und ich habe Spots und Locations entdeckt, die ich noch nicht kannte, aber auch Orte, die ich schon hunderte Male gesehen und besucht habe und die ich dann neu in Szene setzen konnte.

Was sind Deine Schwerpunkte? Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?
JB: Zu Beginn war ich sehr an Lighttrails interessiert, die mich auch immer noch faszinieren. So oder so ist Langzeitbelichtung ein sehr toller Fotografiestil. Ich schaue mir persönlich auch gerne solche Motive an. Seit Beginn dieses Jahrs habe ich meinen Schwerpunkt mehr auch Menschen, Portraits und Streetphotographie gelegt. Dazu habe ich dann auch zum Jahresanfang ein Kleingewerbe gegründet, um auch bezahlte Aufträge anzunehmen. Natürlich probiere ich viel mit Freunden und der Familie aus, da Portraitfotografie doch viele Facetten hat und man nicht einfach wild drauf los fotografieren kann.

Wie würdest Du selbst Deinen fotografischen Stil beschreiben?
JB: Ich glaube, ich würde es eher in die Urban- und Streetphotographie einordnen. Aber das kann natürlich auch immer variieren. Landschaftsaufnahmen und neuerdings Drohnenaufnahmen machen mir auch sehr viel Spaß. Bei einem Auftrag muss ich natürlich gucken, was der Kunde erwartet, versuche dort aber auch meinen Stil mit einfließen zu lassen.

Gibt es KollegenInnen, deren Arbeiten Du besonders schätzt?
JB: Ja da gibt es eine Menge. Man sollte sich dringend die Profile auf Instagram von vahemartinian_fotografie, ypeol, simonwierzba, dnl_rsslr oder der Community Wuppersquad anschauen, hier sind noch einige die ich jetzt nicht genannt habe die aber definitiv erwähnenswert sind. Tolle Menschen und tolle Arbeit. Was man dort an Kreativität findet, ist der Wahnsinn.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?
JB: Das ist schwer zu beurteilen und ich mag mich da auch nicht festlegen. Es kommt aber,  denke ich, darauf an, mit welcher Leidenschaft man es ausübt. Ich denke, das erkennt man schon in vielen Bildern wieder.

Welchen Stellenwert hat die digitale Nachbearbeitung für Dich, oder gibt es auch ein perfektes Bild mit einem Smartphone für Dich?
JB: Es gibt durchaus perfekte Bilder mit dem Smartphone und ich kenne Fotografen, die zum Beispiel nur mit dem Smartphone arbeiten und unfassbar gute Bilder machen. Von daher muss da jeder für sich wissen, was er bevorzugt. Ich arbeite bisher nur mit Lightroom, werde mich aber zukünftig mich auch mit Photoshop beschäftigen.

Wie bereitest Du Dich auf ein bevorstehendes Shooting vor?
JB: Da ich am liebsten draußen arbeite, muss ich natürlich checken, wie die Wetterverhältnisse sind, wann zum Beispiel die Sonne untergeht und man mit dem Sonnenuntergang arbeiten kann. Dann muss ich natürlich berücksichtigen , welche Objektive benötigt werden. Ein wichtiger Punkt ist auch, welches Equipment und welche Accessoires man benötigt.

Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich und gibt es aktuell Projekte, von denen Du uns berichten kannst?
JB: Na klar ist die freie kreative Arbeit am schönsten. Man kann auch tolle kreative Momente haben, wenn man in einer Gruppe von Fotografen unterwegs ist und man voneinander profitiert. Ich hatte zum Beispiel letztens ein tolles Shooting für meine T-Shirts und Hoodies (auf den Fotos von mir zu sehen), die ich mir habe anfertigen lassen, auf einem Alpakahof in Wuppertal. Hier hatte ich zwei befreundete Fotografen mit und es war ein richtig lustiges und vorher kaum planbares Shooting. Ein derzeitiges Projekt wird noch für kurze Zeit beim Cronenberger Anzeiger ausgestellt. Da der lange Kunstsamstag in Cronenberg auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, hatte mich Wolfgang Schiffer gefragt, ob ich meine Bilder im Schaufenster des Anzeigers ausstellen möchte. Dort kann man sie noch eine Weile betrachten und auch käuflich erwerben. Ansonsten sieht man die Motive auch auf meiner Homepage, wo ich auch aktuelle Arbeiten hochlade.

Wenn Zeit, Geld und andere Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absolutes Traumprojekt aussehen?
JB: Ach, da gibt es natürlich die obligatorischen Shootings an tollen Orten auf dieser Welt. Ich reise mit meiner Freundin sehr gerne und versuche dann natürlich, schöne Fotolocations zu finden. Wenn ich das nur auf Landschaftsfotografie beziehen würde, würde ich gern noch mal mit meinen jetzigen Kenntnissen Nordlichter fotografieren oder nach Feuerland (Argentinien).

Auf welche Deiner Arbeiten bist Du persönlich besonders stolz? Oder vielleicht einfacher gefragt: Welche Deiner Bilder schaust Du Dir selbst immer wieder sehr gerne an?
JB: Das kann ich tatsächlich auch auf die Reisen beziehen, die ich mit meiner Freundin in den letzten Jahren gemacht habe. Hier schaue ich mir immer wieder gern die Bilder aus Norwegen, Schottland, Irland oder Südengland an. Diese Landschaften haben mich einfach fasziniert. Aber ich empfinde meine Bilder natürlich immer als schön und wundere mich auch mal, wenn ein Bild nicht so gut ankommt, welches ich für den absoluten Megashot empfinde, im Gegenzug wird dann ein anderes Bild von der Community hervorgehoben, welches ich jetzt nicht so gut gelungen finde. Aber hier merkt man auch, Geschmäcker sind verschieden und das ist auch zum Glück gut so.

Stefan Gottschalk

Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.